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Neue Tore für die alte Lokremise

Neue Tore für die alte Lokremise

Während zwei Jahren hat der DVZO zusammen mit der Denkmalpflege des Kantons Zürich die Reparatur der Lokremisentore geplant. Heute wurden die vier 5.6m hohen Torflügel ausgehängt, verladen und nach Winterthur gefahren.

 

Der prall gefüllte Lieferwagen der Lerch AG zeugte kurz vor acht Uhr auf dem Bahnhofplatz von der minutiösen Planung dieses Unterfangens: Neben eigens dafür konstruiertem Material zum Aufhängen der Tore, hat Florian Schlegel und seine Crew auch Material für die Verstärkung der alten Tore, sowie vier provisorische Torflügel aus Sperrholz geladen. Um 8 Uhr öffneten wir die alten Tore zum letzten Mal. Nun galt es die Tore zu stabilisieren und für das Aushängen bereit zu machen. Die in die Jahre gekommenen Torflügel – je mit der Fläche eines noblen Kinderzimmers – wurden bis am Mittag geschickt durch Ernst Jucker aus den Scharnieren gehoben, verladen und nach Winterthur verfrachtet. Heute Nachmittag sind sie dort unbeschadet angekommen.

 

Bis zum 17. April wird die Denkmalpflegeabteilung der Lerch AG die Tore nach denkmalpflegerischen Richtlinien restaurieren. Der DVZO repariert in dieser Zeit die zum Teil gebrochenen Beschläge. Anschliessend werden die „neuen“ Tore wieder montiert und geben dem Zuhause unserer Dampflokomotiven eine frische Erscheinung.

 


Wir danken herzlich für die Unterstützung: Max und Martha Dangel-Stiftung / Stiftung Salientes / Ueli Schlageter Stiftung / Lerch AG Winterthur / Denkmalpflege Kt. Zürich


 

Verlad der Depottore am 3. April 2018
© Hugo Wenger

 


 

Unsere Lokremise: Seit 71 Jahren ausgewachsen und heute geschützt.

 

Dem Brandassekuranzbuch von Bauma lässt sich entnehmen, dass die «Tössthalbahn-Gesellschaft» neben 22 (!) weiteren auf Gemeindegebiet von Bauma errichteten Gross- und Kleinbauten eine Lokomotivremise versicherte. Unter der Versicherungsnummer 897 wird der Bau 1875 zum ersten Mal erfasst. Er sei zu 1/5 gemauert, bestehe zu 4/5 aus Riegel und das Dach sei mit Ziegeln bedeckt; der Bau allgemein noch unvollendet notiert der Versicherungsbeamte in das dicke Buch. Bereits 1876 wird der Eintrag mit der Vermerk «Bauvollendung» ergänzt und zu Fr. 21’000 versichert. 1897 steigt der Versicherungswert auf Fr. 28’700.– an. Grund dafür ist der Einbau einer Werkstatt und 2 Feueressen mit Windflügel.

 

Als die Tösstalbahn ab 1901 zusätzlich zu ihrem Bahnbetrieb auch noch diesen der Uerikon-Bauma-Bahn zu bewerkstelligen hat, wird die Lokomotivremise zu klein. Die Lokremise wird um zwei Fensterelemente von 30 auf 34.2m erweitert. Im Jahr 1947 erfolgt mit der Verstaatlichung der Strecke Hinwil-Bauma eine grundlegende Änderung in der Erscheinung des Bahnhofs: Wagenremise, Wagenwerkstatt und Drehscheibe weichen der neuen Gleisgeometrie und die Lokomotivremise wird mit dem restlichen Bahnhof zusammen elektrifiziert. Für die Fahrleitung wird der Dachstuhl der Remise angepasst und die Tore um einen halben Meter erhöht. Bei dieser Gelegenheit wird die Remise wieder um zwei Fensterachsen verlängert.

 

Mit 40.75m Länge ist die Lokremise seit 1947 «ausgewachsen» und präsentiert sich seit diesem Zeitpunkt unverändert. In ihrer Erscheinung lassen sich alle Meilensteine  der Baumer Bahnhofsgeschichte ablesen. Mit der Umsetzung von «Depotareal Bauma 2020» wird die Lokremise der letzte «unveränderte Baumer Zeuge» sein.

 

Die Tore von 1947 sind seit längerem in einem schlechten Zustand. Mit der aufwändigen Restauration der Depottore wird die Erscheinung von 1947 zementiert und die Geschichte so auch zukünftigen Generationen nachvollziehbar bleiben. Die Lokremise Bauma ist im Inventar für Schützenswerte Bauten des Kantons Zürich aufgeführt.

 

 

Der Bahnhof Bauma im Jahr 1927. Die Lokremise wird 30 Jahre später nochmals um drei Fensterachsen wachsen.
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Mittelholzer, Walter / LBS_MH01-005386 / Public Domain Mark

Florian Vogel

Heizer & Projektleiter