Kontakt

Krokodil Ce6/8 14305

Krokodil Ce6/8 14305

 

Am Sonn­tag, 01. Sep­tem­ber 2019 besucht uns der Ver­ein « Kro­ko­dil 14305 » mit sei­ner in Olten sta­tio­nier­ten Ce6/8’’’.

 

Das grü­ne Kro­ko­dil aus der Samm­lung von SBB-His­to­ric stammt von 1926. In den ers­ten dreis­sig Jah­ren sei­nes Bestehens kam es vor allem im schwe­ren Güter­zug­dienst am Gott­hard zum Ein­satz, spä­ter ver­dien­te es noch ein wenig Gna­den­brot im Mit­tel­land. Seit über 40 Jah­ren ist es nun im Bestand des his­to­ri­schen Erbes der SBB. 2015 unter­nahm die Lok eine aben­teu­er­li­che Rei­se nach Schwe­den, wobei sie sich auf der Rück­fahrt einer unge­plan­ten Fahr­werks­re­vi­si­on unter­zie­hen muss­te. Bau­ma ist etwas näher und wir hof­fen, dass die Rück­rei­se nicht wie­der zwei Jah­re in Anspruch nimmt.

 

Cha­rak­te­ris­tisch für die Serie Ce6/8’’’ ist der « Win­ter­thu­rer Schräg­stan­gen­an­trieb ». Er unter­schei­det sie von der vom Aus­se­hen her fast glei­chen Serie Ce6/8’’, die mit dem Blind­wel­len-Antrieb aus­ge­rüs­tet ist. Der Schräg­stan­gen­an­trieb, der u.a. auch bei unse­rer Ee3/3 16363 ver­baut ist, erlaubt höhe­re Geschwin­dig­kei­ten, ist aber tech­nisch grob­schläch­ti­ger mit här­te­ren Ein­wir­kun­gen auf den Antrieb.

 

Mit dem DVZO ver­bin­det die Kro­ko­dil­lok die­ses Jahr ein run­des Jubi­lä­um : vor 2x50 Jah­ren unter­nahm der Pro­to­typ mit dem berühm­ten Aus­se­hen die ers­ten Fahr­ten. Die opti­sche Erschei­nung wirkt sowohl rep­til­haft-natür­lich wie auch unge­heu­er leis­tungs­fä­hig und ist ein zeit­lo­ser Höhe­punkt der Indus­trie­äs­the­tik der 20er-Jah­re. Mit der Modell­bahn Märk­lin gelang­te die « Iko­ne » spä­ter in ganz West­eu­ro­pa in man­ches Kin­der­zim­mer und ‑herz.

 

Sehr zeit­ty­pisch sind dage­gen die bei­den Salon­wa­gen aus der EW I‑Serie von 1956 und 1958, die den Fahr­gäs­ten des Extra­zugs zur Ver­fü­gung ste­hen. Die gross­zü­gig-nüch­tern gestal­te­ten und von jedem pullman’schen Fir­le­fanz befrei­ten Wagen gehör­ten zu den ers­ten kli­ma­ti­sier­ten Eisen­bahn­fahr­zeu­gen in der Schweiz.

 

Weil das 131 Ton­nen schwe­re drei­tei­li­ge Unge­tüm zu schwer für die Neu­t­ha­ler Brü­cke ist, erfol­gen Hin- und Rück­fahrt des Extra­zu­ges über die Tösstal­li­nie. Wäh­rend des Auf­ent­hal­tes in Bau­ma am Nach­mit­tag steht das Kro­ko­dil in der Bahn­hofs­hal­le zur Besich­ti­gung, bevor es um ca. 15.30 Uhr spek­ta­ku­lär von einer Dampf­lok wie­der unter den Fahr­draht gezo­gen wird.

 

Ce6/8″’ 14305 im Jahr 2015 zwi­schen Upp­sa­la und Gäv­le (Schwe­den) / Foto Georg Trüb