Wie weiter? England im Lead
Wohl kein anderes Land in Europa hat so viele Museumsbahnen wie England (ca. 150). Das industrielle Erbe und die damit verbundenen Kulturgüter besitzen dort einen grossen Stellenwert in der Bevölkerung. Dementsprechend gross ist die Branche und dementsprechend hart trifft es diese auch. Zum Vergleich: Alle Dampfbahnen in England verbrauchen pro Jahr ca. 26’000 t Kohle. Eine unvorstellbar grosse Summe aus Schweizer Sicht.
Die Engländer haben bereits seit letztem Jahr eine Vorreiterrolle in Sachen Kohle-Alternativen eingenommen. Einerseits werden kurzfristige Ersatzprodukte für die walisische Kohle gesucht und andererseits werden mittelfristig ökologische Alternativen, sogenannte Bio-Kohlen getestet und entwickelt, welche die fossilen Brennstoffe auch im historischen Sektor einst ablösen sollen. Koordiniert wird dies alles durch die Heritage Railway Association HRA, dem englischen Dachverband für Museumsbahnen.
Bei den getesteten Brennstoffen handelt es sich nicht mehr um herkömmliche Steinkohlen aus einem Bergwerk, sondern um Briketts, deren Zusammensetzung entsprechend den gewünschten Eigenschaften modifiziert werden kann. Federführender Produzent ist dabei die Coal Products Limited CPL in Sheffield, welche verdankenswerterweise sehr kooperativ mit der historischen Branche ist, obwohl diese aufgrund seiner Grösse kein sonderlich lukrativer Abnehmer darstellt.