Rücktritt Florian Vogel als Gesamtprojektleiter

Florian Vogel ist 30 Jahre alt und seit 18 Jahren, nein nicht Lebensjahren, Mitglied im DVZO und hat damit 60 % seiner bisherigen Lebenszeit als Mitglied des DVZO zugebracht. In dieser Zeit hat er viel erreicht, besonders in den letzten fast zehn Jahren. Seit dann hat Florian die Gesamtprojektleitung des Projekts «Depotareal Bauma 2020» inne. Im Namen des Projekts spiegelt sich wohl die grösste Stärke von Florian: Sein nie endender Optimismus, der das Projekt schon so weit gebracht hat. Wohl hat er es nicht geschafft bis 2020 das Projekt zu realisieren, aber er hat es geschafft von Handskizzen zu einem Vorhaben mit fünf Bauherren und zwei Bewilligungsverfahren zu gelangen. Nun hat sich Florian entschieden die Gesamtprojektleitung in neue Hände zu übergeben.

Der Schreibende hat mit Florian vor 15 Jahren die Ausbildung als Heizer im DVZO begonnen und vor 13 Jahren abgeschlossen. In der Zwischenzeit haben wir uns beide zu Lokführern weitergebildet und arbeiteten auch im Projekt regelmässig zusammen. So durfte ich während einigen Jahren bis 2023 der Projektsteuerung vorstehen und war stets beeindruckt vom Engagement von Florian, welches ohne das breit aufgestellte Projektteam dennoch verpufft wäre. Besonders geschätzt in diesem Kontext habe ich den Umstand, dass ich vor Projektsteuerungssitzungen jeweils zwischen einer und zwei Stunden effizient gebrieft wurde, wie ich durch die Sitzung durchführen muss.

Europäische Denkmaltage

Zu Beginn des Projekts hat der gelernte öV-Kaufmann noch bei SBB Personenverkehr als Reisebegleiter gearbeitet. Später hat hat er das Projekt neben dem ETH-Studium zum Bauingenieur gemeistert. Ok, vielleicht hat er auch das ETH-Studium neben dem Projekt gemeistert. Ganz so klar war das nie. Klar ist nur, dass nicht jeder Studienabgänger bereits so viel Praxis in Projektmanagenment vorweisen kann und Mechanismen von Ausschreibungen, Einsprachen und Landerwerb derart aus dem Effeff kennt.

SBB Immoblien hat in der gleichen Zeit, in der Florian das Projekt leitete, hintereinander bereits fünf Projektleiter für das Projekt benötigt. Mit engelsgleicher Geduld hat Florian jedem neuen Projektleiter und anderen neuen Projektbeteiligten die Zusammenhänge im Depotareal näher gebracht und für das Anliegen des DVZO geworben. War die Überzeugskraft doch mal zu schwach, wurden die entsprechenden Personen nach Bauma zum Ortstermin eingeladen (oder vielleicht beordert?) und dort bekehrt oder allenfalls gleich infiziert.

Natürlich gab es auch heikle Phasen im Projekt: Kurzfristige personelle Abgänge, schwierige Dienstleister, finanzielle Engpässe oder das Zieren eines der vier Mitbauherren. Florian bewahrte immer (oder meistens) Ruhe, selbst dann, wenn der Vorstand haarscharf daran war, gewisse Projektteile aus Risikogründen zu streichen. Die vielen Sitzungen und Telefonate zu mehr oder weniger zu allen Wochentagen, Tages- und Nachtzeiten waren nicht auch immer ein Spass, aber meist für Beide bereichernd.

Es ist sehr erfreulich, dass Florian dem Verein erhalten bleibt und sein ansteckender Enthusiasmus weiterlebt, nicht zuletzt in der in naher Zukunft geplanten Eröffnung der Ausstellung #hallowasser. Die Suche nach einer Nachfolge für das anspruchsvolle, zeitintensive Amt der Leitung des Depotprojekt ist bereits angelaufen. Die Vereinsleitung und der Schreibende danken Florian ganz herzlich für sein unermüdliches Wirken im Projekt und wünscht ihm alles Gute für seinen zweiten Berufseinstieg; natürlich im Feld der Bauwerkserhaltung bei einem Ingenieurbüro in Zürich.

Text: Christian Schlatter