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  1. öffentlicher Fahrsonntag

    02. Juli , 09:30 - 17:00
  2. Bautag Infrastruktur

    08. Juli , 08:30 - 16:30
  3. Bautag Infrastruktur

    15. Juli , 08:30 - 17:00

News

SBB

Geschichte

1947

Am 11. Oktober findet unter Mitwirkung der Bevölkerung und 200 geladenen  Gästen die Eröffnungsfeier der elektrifizierten Strecke Hinwil – Bauma statt.

Die Elektrifikation erreicht die Tösstalbahn in Bauma vorerst nur von Hinwil her. Die Strecke Wald-Bauma-Winterthur wird hingegen noch bis 1951 mit Dampf betrieben.

Die Bahnhöfe Neuthal und Ettenhausen werden im Zuge der Elektrifizierung zu eingleisigen Haltestellen umgebaut, und der Güterverkehr nach diesen Destitationen wird aufgehoben. In Ettenhausen verschwindet auch die Bedienung durch Stationspersonal. Neuthal jedoch bleibt noch bis 1973 durch einen Haltestellenvorstand und Posthalter in Personalunion bemannt.

1948

In Bäretswil wird ein drittes Gleis gebaut. Damit ist die Anlage den SBB-Normalien angeglichen, und Kreuzungen zwischen zwei Zügen können auch dann speditiv vollzogen werden, wenn Güterwagen an der Rampe stehen. Nie verwirklicht wird jedoch der Plan, ein Stellwerk zu bauen und Richtung Hinwil und Bauma den Streckenblock einzurichten. Bis in die DVZO-Ära bleibt Bäretswil ein Bahnhof ohne Ausfahrsignale und mit ausschliesslich von Hand zu stellenden Weichen.

1949

In Neuthal wird ein neues Haltestellengebäude errichtet mit einer 4  1/2 Zimmer Wohnung, Wartesaal und einem zeitgemässen Schalterraum für Bahn und  Post.
Der Fahrplan wird gegenüber der UeBB-Ära deutlich verbessert, aber der erwartete Erfolg  stellt sich nie ganz ein.

1966

Die Oberländer Lokalpresse verkündet am 5. Juli: „Uerikon-Bauma-Reststrecke rentiert nicht mehr! Vorschlag auf Einführung eines  Busbetriebs“.
Bei einer Konsultativabstimmung sprechen sich die Bäretswiler für die Erhaltung der Bahn  ein; die Strecke habe nur deshalb nie rentiert, weil zu wenig Züge geführt wurden.

Eine sehenswerte Bildergalerie aus den letzten Betriebsjahren der SBB-Lokalbahn Wetzikon-Bauma gibt es hier.

1967

Auf den Fahrplanwechsel hin erweitert die SBB das Fahrangebot  und  gewährt eine Galgenfrist von 2 Jahren. Für den erweiterten Betrieb wird der Jurapfeil RBe 2/4, ein störungsanfälliges Einzelstück aus dem Jahr 1938, eingesetzt. Nicht nur mit den 29, 2 Promille Steigung hat er seine Probleme; des öftern müssen die Fahrgäste das Fahrzeug auf offener Strecke verlassen und zu Fuss an den nächsten Bahnhof gehen.

1969

Alle Bemühungen nützen nichts. Am 31. Mai 1969 fahren die Lokalzüge der SBB zum letzten Mal zwischen Hinwil und Bauma, ab dem Folgetag betreiben die Verkehrsbetriebe Zürcher Oberland den Personenverkehr im Auftrag und zum günstigeren Billettarif der SBB.

Die Busse fahren ab Wetzikon statt über Hinwil via Kempten nach Ettenhausen und weiter nach Bäretswil und Bauma. Somit verschwindet die (in der Tat selten nachgefragte) öV-Verbindung zwischen Hinwil und Ettenhausen vollständig bzw. erfordert neu den Umweg über Wetzikon. Dafür brauchen die damals knapp 200 täglichen Fahrgäste von Bäretswil nach Wetzikon nicht mehr den 5 km langen Umweg über Hinwil zu nehmen. Es ergibt sich die absurde Situation, dass ein Billett zum VZO-Tarif von Wetzikon nach Kempten teurer ist, als wenn man eines zum SBB-Tarif bis ins weiter entfernte Ettenhausen löst.

Vorerst besteht der Busbetrieb nur „versuchsweise“. Die Dienststellen Neuthal und Bäretswil fertigen weiterhin Gepäck-, Eilgut- und Stückgutsendungen ab und verkaufen Billette ins In- und Ausland. Von Hinwil bis Bäretswil verbleibt der recht intensive Güterverkehr (Stückgut und Wagenladungen mit täglich zwei bis drei Zügen) auf der Schiene. Zwischen Bauma und Bäretswil ruht jedoch der Eisenbahnverkehr vollständig, die Anlagen werden nur noch rudimentär unterhalten und an den zahlreichen Bahnübergängen werden die Andreaskreuze abmontiert.

1973

Der seit vier Jahren „versuchsweise“ bestehende Busbetrieb wird definitiv eingeführt und die Station Neuthal mitsamt dem kombinierten Postbüro geschlossen. Die Anlagen zwischen Bauma und Bäretswil verfallen nun zusehends und die Vegetation breitet sich aus. Der Armee-Generalstab verhindert jedoch die Entwidmung der Strecke und ihren Abbruch, um im Kriegsfall das grosse Motorfahrzeuglager („AMP“) Hinwil von zwei Seiten per Schiene versorgen zu können. Auch die Fahrleitung bleibt als Ersatz-Speiseleitung der Tösstal-Strecke bestehen.

1978

Die SBB-Kreisdirektion III, allen voran der stellvertretende Kreisdirektor Jakob Rutschmann, unterstützen den Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland im Bestreben, einen regelmässigen Museumsbetrieb zu etablieren. 1978 ist es soweit; mit der Dampflok Ed3/4 2 und 4 Wagen fahren die ersten Dampfzüge zwischen Bauma und Bäretswil. Der Verein stellt die Heizer, Rangierer, Kondukteure und Bahnübergangbewachung, die SBB behält die Hoheit über die fahrdienstlichen Funktionen wie Lokführer, Zugführer und Fahrdienstleiter.

Jeder Fahrgast benötigt zwei Billette: eines zum SBB-Tarif und ein zweites für den Dampfzuschlag, der an den DVZO geht. An den ersten Betriebstagen bilden sich am Billettschalter Warteschlangen bis auf die Strasse hinaus.

1990

Der Kanton Zürich führt den Verkehrsverbund (ZVV) ein. Für die SBB ist das eine Gelegenheit, umsatzschwache Billettschalter zu schliessen. So ist der Bahnhof Bäretswil am 25. Mai 1990 zum letzten Mal von einem SBB-Mitarbeiter besetzt. Ersatzweise stellt der ZVV einen Billettautomaten auf.

Für das nurmehr unregelmässige Abfertigen des Güterzuges zwei- bis dreimal pro Woche kommt bedarfsweise ein Fahrdienstleiter oder Stationsarbeiter von Hinwil oder Kempten.

2000

Die SBB trennt sich im Rahmen der Bahnreform von der stillgelegten Strecke Bauma-Bäretswil und tritt sie mitsamt den Liegenschaften Neuthal und Bäretswil symbolisch für 1 Franken dem DVZO ab. 53 Jahre nach der Privatisierung ist diese Bahnlinie nun wieder in privater Hand. Allerdings hat die SBB bis ins Jahr 2025 das Anrecht auf die Abtretung sämtlicher Liegenschaften-Verkaufserlöse sowie die Pflicht, die Anlagen im Falle einer Auflösung des DVZO zurückzunehmen.

Der Güterverkehr wird auf das Anschlussgleis der FBB-Werke unterhalb Bäretswil beschränkt; im Oktober verlässt der letzte kommerzielle Güterwagen den Bahnhof Bäretswil.