Auf Samstag, 17. Juli 2010 hat der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland die direkten Anlieger seiner Stammstrecke Bauma-Bäretswil-Hinwil zu einer Fahrt in den historischen DVZO-Wagen eingeladen. Der Vereins-Vorstand beschloss im Herbst 2009 eine pro-aktivere Öffentlichkeitsarbeit zu realisieren und setzte für Juni 2010 das Datum für eine Extrafahrt für die Anwohner im Dampfzug der Museumsbahnlinie fest. Die Einladung des DVZO wurde im Mai 2010 an ca. 300 Haushaltungen in den Gemeinden Bauma, Bäretswil, Wetzikon und Hinwil verteilt und fand unter den Anwohnern grosses Interesse: Aus ca. 100 Haushaltungen haben sich insgesamt fast 250 Personen angemeldet. Den geladenen Gästen wurde vom Personal der DVZO-Bufftewagen ein Apéro serviert.
Pünktlich
um 13:30 Uhr fuhr der Extrazug mit den Gästen in Bauma los. Zweimal fuhr der
Dampfzug im Stundentakt zwischen Bauma-Hinwil hin und her. Die eingeladenen
Anlieger hatten die Möglichkeit an «ihrer» Station ein- und auszusteigen und
kamen in den Genuss einer Apéro-Fahrt mit dem DVZO-Dampfzug. 
Bahnhof Bauma am Samstag Nachmittag: Grosse Interesse der Anlieger am DVZO.
© Comet Photoshopping, Dieter Enz
Die Vereinsleitung
und alle Mitglieder des DVZO bedanken sich so bei allen direkten Anliegern der
attraktiven Museumsbahnlinie für ihr Verständnis gegenüber der einzigartigen
und schweizweit bekannten Museumsbahn. Der DVZO ist sich bewusst, dass ganz eng
zu seinen «alten Maschinen», wie es die Dampfloks sind, Dampf und Lärm gehören.
Weiter ist sich der DVZO auch bewusst, dass dies aus den Wohnzimmern der
Anlieger aus betrachtet nicht nur eitel Freude ist. 
DVZO-Präsident Hugo Wenger im Gespräch mit Anwohnern der Museumsbahnstrecke.
© Comet Photoshopping, Dieter Enz
Die Verantwortlichen der
Dampfbahn veranlassen laufend Verbesserungen, um die Immissionen so gering wie
möglich zu halten. In den letzten Wochen wurden unterschiedliche
Steinkohlequalitäten ausgetestet. Zukünftig werden die Dampflokomotiven mit
Steinkohle aus Sibirien befeuert werden, da diese sich in Praxis und im Vergleich
zur Steinkohle aus Polen, die bis anhin «verheizt» wurde, weniger
Rauchimmissionen produziert. Einen besonderen Augenmerk wird auch auf die
Personalschulung gelegt, im Besonderen bei Lokführern und Heizern unserer
Dampfloks.
Entspannte Stimmung unter den Anwohnern der Museumsbahnstrecke.
© Comet Photoshopping, Dieter Enz
Der
Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland setzt sich dafür ein, wertvolle Kultur- und
Eisenbahngeschichte für die nächsten Generationen zu bewahren. Der DVZO hält
nichts von «Bitte nicht berühren»-Schildern, es liegt ihm viel daran, jedes
Jahr den Fahrgästen die frühere Art zu Reisen hautnah erleben zu lassen. Dies
ist dank dem grosse Einsatz der rund 150 aktiv Mitarbeitenden möglich, die
jährlich an die 20'000 Arbeitsstunden Fronarbeit leisten.
Auch die Medien bekundeten grosses Interesse an der Anliegerfahrt. Vertreter vom Zürcher Oberländer, Tages-Anzeiger, Landbote und dem TV Züriplus reisten im Dampfzug mit. Bild: Die Journalistin des Tages-Anzeiger im Gespräch mit dem Ressortleiter Buffetwagen, Ueli Burkhard.
© Comet Photoshopping, Dieter Enz
Eine herrliche Frage wurde mir von Anwohnern aus Bäretswil gestellt: Wann und wo muss die Dampflok pfeiffen? Macht sie das nach Lust und Laune? Ich bat Vorstandmitglied und Lokführer Dani Rutschmann den Leuten das «Reglement für den Gebrauch der Dampflokpfeiffe» zu erläutern. Ich bin überzeugt, dass diese Leute nach den Ausführungen von Dani nun noch interessierter die Dampfbahn beobachten und sich freuen, weil sie jetzt die Sprache der Dampflok verstehen und unterscheiden können, ob ein Abfahrtsbefehl quittiert wird, ein Achtungspfiff gemacht wird oder es nur ein «Heizerpfiff» ist.
Die Stimmung unter unseren Gästen auf der Anliegerfahrt war fröhlich. Der DVZO wurde für seine Aktivitäten mit viel Lob überhäuft. Klar kamen die Rauch-und Lärmimmissionen auch zur Sprache. Die meisten Anwohnerinnen und Anwohner relativierten diese jedoch gleich und zeigten uns ihre Freude über die einzigartige Museumsbahn im Zürcher Oberland.
Dankeschön und Aufwiedersehen !
© Comet Photoshopping, Dieter Enz.
Link zu den Zeitungsberichten (Zürcher Oberländer, Landbote und Tages-Anzeiger).
Link zum TV-Bericht bei ZüriPlus (Züri-Report). Link direkt ins ZüriPlus-Archiv kann erst nach dem 26. Juli 2010 aufgeschaltet werden.